Mundhygienemittel oder "Wer die Wahl hat, hat die Qual"

Täglich kommen neue Mundhygienemittel auf dem Markt. Man weiss gar nicht mehr, was gut oder schlecht ist.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie grundsätzlich beim Kauf von Mundhygienemittel beachten sollten und was wir Ihnen für die tägliche Zahnreinigung empfehlen. 

Zahnpasten

Die Zahnpaste ist neben der Zahnbürste und Zahnseide das wichtigste Mundhygiene-Hilfsmittel. Es verbessert die Reinigungskraft der Bürste und gibt (in der Regel) Fluorid ab, einen Stoff, welcher sich nachweislich prophylaktisch gegen Karies auswirkt.

Wichtig ist, dass die Zahnpaste den Zahn nicht zu stark aufrauht. Das können Sie ganz einfach nachprüfen, indem Sie auf der Tube auf das Zeichen "RDA" achten. Ist dieser höher als 80, so ist die Zahnpaste sehr aufrauhend und für den täglichen Gebrauch eher nicht zu empfehlen. Ist er niedriger als 30, so besteht oftmals die Gefahr, dass die Zahnpaste zu wenig effizient reinigt.

Spezielle Inhaltsstoffe:
Einige Zahnpasten enthalten Stoffe, die aktiv gegen Zahnfleischentzündungen wirken, so zum Beispiel Colgate total oder Mentadent c active (Triclosan). Bei anderen Pasten wurde darauf geachtet, dass sie strikt keine ungewollte homöopathische Wirkung zeigen.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Zahnpaste Sie nehmen sollen oder wenn Sie spezielle Probleme aufweisen, dann werden wir Sie in unserer Praxis gerne weiter beraten. 

Zahnbürsten: von Hand oder elektrisch? Hart oder weich?

Es gibt harte, mittelharte und weiche Bürsten. Wir empfehlen grundsätzlich nur die weichen Bürsten, da häufig beim Zähneputzen zu starker Druck anwendet wird und härtere Bürsten das Zahnfleisch verletzen könnten.

Die neusten Trends setzen die Schallzahnbürsten. Durch die kontrollierten Schwingungen schonen sie das Zahnfleisch, aber reinigen die Zähne optimal. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schallzahnbürsten Verfärbungen an den Zähnen besser entfernen als herkömmliche Handzahnbürsten. Die bekanntesten Produkte auf dem Markt sind Sonicare von Philips und Water Pik. Die Kosten variieren von SFr. 160.- bis 220.-.
Die elektrischen Zahnbürsten mit rotierendem Bürstenkopf sind seit der Entwicklung der Schallzahnbürste eher in den Hintergrund getreten. Durch die starke Bürstenbewegung kann das Zahnfleisch verletzt werden.

Um unerwünschte Schäden am Zahnfleisch zu vermeiden, ist eine korrekte Anwendung elektrischer Zahnbürsten unabdingbar. Nehmen Sie Ihre Bürste zur nächsten Kontrolle (Recall) mit und wir "trainieren" Sie gerne in deren optimalen Anwendung. 

Zahnseide

Die Zahnseide ist, obwohl sie viel zu selten verwendet wird, sehr wichtig für die tägliche Reinigung. Mit einer normalen Handzahnbürste oder einer elektrischen Zahnbürste kann man die Zahnzwischenräume nicht reinigen! Die Bakterien lagern sich aber bevorzugt in den Zahnzwischenräumen ab und verursachen Karies, Zahnfleischentzündung oder sogar Parodontitis (Knochenschwund). Eine regelmässige Zwischenzahnreinigung ist deshalb unerlässlich. Die Handhabung der Zahnseide ist gewöhnungsbedürftig und eine korrekte Instruktion ist daher dringend zu empfehlen. Sollten Sie sich trotz allem mit der Zahnseide nicht anfreunden können, dann gibt es auch andere Reinigungsmethoden für die Zwischenzahnräume: spezielle Mini-Spiralbürsten, Zahnstocher, Sticks u.a.m.. Welches Hilfsmittel Sie für die tägliche Zwischenraumpflege verwenden sollten, wird Ihnen ihre Dentalhygienikerin oder Prophylaxeassistentin gerne erklären. 

Fluorid (Gelée, Spülung)

Fluorid ist ein Salz, welches nicht mit dem giftigen Gas Fluor verwechselt werden darf. Das Fluor kommt in der Natur, wegen seiner extremen Reaktionsfreudigkeit nicht frei vor. Fluorid jedoch findet man nahezu überall in der Natur: im Boden, im Wasser, in der Luft und natürlich auch in Lebensmitteln (z.B. Salz, Meeresfrüchte, Tee usw.).
Neben der Tatsache, dass das Fluorid ein Spurenelement unseres Körpers ist, hat es erwiesenermassen eine sehr hohe kariesprophylaktische Wirkung. Der Einsatz des Fluorides erfolgt auf verschiedenen Ebenen. Wir empfehlen:

  1. Die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz als Basisprophylaxe
  2. Die tägliche Anwendung von Zahnpasten mit Fluorid
  3. Die Verwendung von Fluorid-Gelée 1 mal wöchentlich

Gelée
Neben der täglichen Reinigung mit Bürste, Zahnpaste und Zahnseide (o.ä.) empfehlen wir 1x wöchentlich einen fluoridhaltigen Gelée (z.B. Elmex Gelée) anzuwenden, um die Zähne dauerhaft gegen Karies zu schützen. Die Anwendung des Gelées:

  • nach dem Zähneputzen auf die Zähne auftragen
  • ausspucken und nicht mehr mit Wasser spülen
  • nichts mehr essen und trinken

Spülungen
Die Wirkung der Spülungen ist umstritten. Die Zahnpasten enthalten in der Regel deutlich mehr Fluorid als die Spülungen. Es ist viel sinnvoller, die Wirkung der Zahnpaste zu verlängern, in dem Sie nach dem Zähneputzen nicht mehr mit Wasser nachspülen, sondern die Zahnpaste nur auszuspucken. Die teure Fluorid-Spülungen können Sie sich so sparen!
Der Gedanke, dass die Spülung bis in die Zahnzwischenräume gelangt und somit eine Reinigung der Zahnzwischenräume wegfällt, ist falsch. Die Fluoridspülung ist nur geeignet, wenn Sie keine andere Möglichkeit zur Zahnreinigung haben oder nachdem Sie saure Nahrungsmittel verzehrt haben. Nach "Saurem" ist es ratsam, die Zähne eine Stunde lang nicht zu reinigen, aber eventuell mit einer Spülung zu schützen. 

Dres. med. dent. Thomas Müller & Benjamin Weidmann - Moserstrasse 27- 8200 Schaffhausen - Telefon 052 625 46 25 - info(at)mueller-weidmann.ch